Grand Canyon

1.Tag
Mittwoch, 2.Juni 200
4

4:00 Aufstehen
4:45 Abfahrt
7:30 Ankunft am Flughafen Frankfurt
10:15 Abflug

Über Grönland

 

 

 

 

Über San Francisco

 

 

 

 

12:15 (Ortszeit San Francisco = pacific time = -9 Stunden zu Deutschland) Ankunft
Einreise problemlos
Mit Air-Train zur Mietwagenstation
Roter Ford Freewind
Hotel Holiday Inn Civic Center, 50 8th Street
Anschließend zur Golden Gate Bridge, Aussichtspunkt Vista Point am nördlichen Ende der Brücke, dann zum hochgelegenen Aussichtspunkt im Recreation Park.
Abendessen in Fisherman’s Wharf in Joe`s Crab Shack
21:00 zurück im Hotel. Ziemlich müde, da ich jetzt seit 26 Stunden wach bin.

Blick vom Recreation Park auf die Golden Gate Bridge

 

 

 

2.Tag
Donnerstag, 3. Juni

Ganze Nacht fast nicht geschlafen. Jet Lag?

8:00 Aufstehen

Auf dem Zimmer einen "Espresso" aus dem Teebeutel. Frühstück in einem Coffee and Bagel Laden stadtauswärts auf der Market Street.

Bagel mit Cream Cheese (Frischkäse) ist gut. Kaffee geniessbar. Einkaufen (Wasser und Süssigkeiten) auch dort in der Nähe. Anschließend zu Fuß die Market Street hoch bis zur Cable Car Endstation der blauen Linie. Tagesticket öffentliche Verkehrsmittel für 9$. Mit Cable Car (15min Anstehen) bis kurz vor Fishermans Wharf. Rundgang Fishermans Wharf, Pier 39, Seelöwen bewundert (machen Lärm und stinken). Zu Fuss zu einer anderen Cable Car End-Station. Dort war die Schlange aber viel zu lang. Deshalb mit dem Bus ein Paar Blocks Richtung Cable Car Museum. Zu Fuss durch China-Town (Stockton Street, hier kaufen die Chinesen ein. Besonders die Auslagen der Fleischereien und Fisch-Läden sind recht exotisch.

San Francisco China Town

Anschießend Besuch des Cable Car Museums. Hier ist zentral der Antrieb für die drei Linien untergebracht.
Einkäufe ins Hotel gebracht. Jetzt mit dem Bus ins Finanzviertel, Hochhäuser angucken. Sehr witzig der Gegensatz der Cable-Cars zu den Wolkenkratzern. Mit dem Cable Car bis zur Endhaltestelle. Dort im Starbucks einen Kaffee getrunken. Sollen DIE Kaffee-Experten sein, dafür war die Qualität eher wie normaler Filterkaffee. Mit dem Cable Car zurück. Bei Nob-Hill ausgestiegen. Nochmal nach China-Town, jetzt Grant Street. Dort in einem Kite-Shop einen Einleiner gekauft.

Die Strassen von Francisco

 

 

 

Wieder mit dem Cable Car zurück ins Finanzviertel. Abendessen bei Mc D. Mit Bus und Strassenbahn zum Hotel. Zum Abschluss noch ein bisschen mit dem Auto über die Strassen von San Francisco gefahren. Die sind zumTeil echt steil. Durch Zufall finden wir die Strasse zum Coit-Tower. Tolle Aussicht über die nächtliche Stadt. Mit dem Auto zurück zum Hotel, dabei kommen wir auch noch über die Lombard Str.

3.Tag
Freitag, 4.Juni

Wieder kaum geschlafen. Kurz vor 7 aufgestanden.

8:00 Abfahrt. Frühstück (wieder Bagles mit Cream Cheese) im Auto während der Fahrt. Erst schöne Gebirgslandschaft, riesige Wälder dann ab Reno wird die Landschaft immer karger. Irgendwann ist es ein quasi wüstenähnliches Hochplateau. Man befindet sich immer auf deutlich mehr als 1000 m Höhe. Scheinbar wird diese Gegend Nevada's Outback genannt.

Nevada’s Outback

 Man fährt Hunderte von Meilen durch diese karge Landschaft. Die wenigen Behausungen die man sieht, wirken sehr ärmlich, meist nur heruntergekommene Mobilheime. Ich frage mich, wovon diese Menschen leben. Hier wächst nur ein anspruchsloses niedriges Kraut. Nirgendwo sind Rinder oder Anzeichen von Landwirtschaft zu sehen. In Wells verlassen wir die Interstate 80 und fahren Richtung Twin Falls. Die Landschaft bleibt öde allerdings gewinnen wir immer weiter an Höhe. Hier hat das Hochplateau ca. 2000m Höhe. Man sieht jetzt Rinder und auch ganz vereinzelt Farmen. In Jackpot verlassen wir Nevada und die Pacific-Zeit Zone. Wir sind jetzt im südlichen Idaho mit Mountain-Zeit (-8 Stunden). Bis Twin Falls nimmt die landwirtschaftliche Nutzung immer mehr zu. Jetzt sieht man auch (bewässerte) Felder. Twin Falls sieht aus wie die amerikanischen Kleinstädte in Filmen. Wir suchen uns ein Zimmer im Best Western Appollo und gehen was essen im Pizza Hut.

4.Tag
Samstag, 5.Juni

Bisschen besser geschlafen, aber seit 5 Uhr wach. Erstes Continental Breakfast. Wenn man es als kostenlose Dreingabe zur Übernachtung betrachtet, ist es akzeptabel gewesen. Abfahrt ca. 8:15.

 

Erst Überraschung des Tages: Am Ortsausgang von Twin Falls gehts über eine Brücke über einen beeindruckenden Canyon. Hier fließt tief unten der Snake River.

 

Wir entscheiden uns dafür, nicht die Interstate über Pocatello zu nehmen, sondern eine Strasse, die uns an dem Nationalpark Craters of the moon vorbeiführt.

 

Hier ist vor nur 2000 Jahren ein Vulkan ausgebrochen. Für 50$ kaufen wir einen Nationalpark Ausweis mit dem man alle Nationalparks besuchen kann. Wir fahren und gehen an Lavaflüssen, riesigen Aschekegeln und ausgeworfenem Gestein vorbei. In den Lavaflüssen haben sich Höhlen gebildet, die man zum Teil begehen kann. Nach zwei Stunden gehts weiter Richtung Yellowstone Park.

Um 16:00 kommen wir in West Yellowstone an und beziehen ein Zimmer im Best Western Hotel. Sofort gehts weiter durch den Westeingang in den Yellowstone. Schon bald sehen wir Büffel und Waipiti-Hirsche, die im Amerikanischen Elks genannt werden.Wir sehen uns Schlammgeysire, Old Faithfull usw. an.

 

 

 

 

 

5.Tag
Sonntag, 6.Juni

Früh Aufstehen. Wir sind um 8:00 im Park. Schon kurz hinterdem West-Eingang das erste Highlight: Eine Büffelherde durchquert einen Fluß und die Strasse. Wir wollen eigentlich erst Richtung Old Faithful.

Büffel Stau

Mammoth Hot Springs


Auf der Strecke entsteht wegen einer die Strasse langziehenden Büffelherde ein Mordsstau.Nach ca. einer 3/4 Stunde drehen wir um und fahren erst zu den Mammoth Hot Springs ganz im Norden. Das sind Kalksinterterrassen ähnlich wie in Pammukele/Türkei.

 

Lower Falls

Grand Canyon of Yellowstone

Anschließend gehts zum Grand Canyon of Yellowstone. Wir klappern alle Aussichtspunkte ab. An einem Punkt treffen wir auf einen Deutschen, der mit einem Mords-Teleobjektiv ein Fischadler-Nest mit einem Jungen im Visier hat. Er wartet schon Stunden darauf, eine Fütterung zu fotografieren. Zwei der Aussichtspunkte sind auch etwas anstrengend zu erreichen. Einmal der Punkt an der Wasserfallkante des unteren Falls (90m). Hier muss man einen recht steilen Weg hinunter und wieder rauf. Der andere ist recht spektakulär weil man über steile Leitern 150m tief in den Canyon steigt. Wir fahren weiter über den wegen Bauarbeiten zeitweise gesperrten Abschnitt. Hier sind noch nach Schwefel stinkende kochende "Matschlöcher" zu finden

6.Tag
Montag, 7.Juni

Früh aufstehen. Abfahrt nach Salt Lake City. Wir fahren durch den Yellowstone Park bis zum Süd-Eingang. Kurz nach dem Eingang wieder eine Autoansammlung an der Büffelfurt. Diesmal sind es aber zwei Weisskopf-Seeadler, die verständlicherweise vor allem die Amerikaner begeistern. Dann durch den Grand Teton Nationalpark. Viel schönes Bergpanorama.

Jackson

Zwischenstopp in Jackson. Jackson ist ein auf Westernstadt getrimmtes Touristenstädtchen (hat aber wohl keine Wild-West Vergangenheit) und muss man nicht unbedingt gesehen haben. Ich erstehe für 14 Bucks einen Hut (40 % reduziert). Weiter gehts durch Farmland und relativ grüne Landschaft nach Salt Lake City.

 

Der Tempel der Mormonen in Salt Lake City

Der Reiseführer empfiehlt das Hotel "Little America & Tower". Wir versuchen unser Glück, aber es ist nichts frei. Im Motel Super 8 finden wir für günstige 50 Dollar eine Unterkunft. Ist für den Preis recht akzeptabel. Wir gehen zu Fuß in das Zentrum. Sehenswert sind der Mormonentempel und der Tabernakel. Durch Zufall landen wir für das späte Abendessen bei einem Mexikaner und speisen gut und recht günstig.

 

7.Tag
Dienstag, 8.Juni

 Das "Frühstück" besteht aus Kaffee, Orangensaft (Wasser im Konzentrat vergessen?) und drei Sorten Kuchen. Wir nehmen die Interstate und kommen gut voran. Die letzten Meilen nehmen wir den Highway. Da in fast jedem Kaff Antigues angeboten werden, werden wir neugierig und halten an einem der Läden an. Der Inhaber erhebt sich angesichts der potenziellen "Opfer" aus seiner Hängematte und erläutert uns freundlich seine Schätze. Es sind auch wirklich interessante Dinge dabei, aber meiner Meinung nach alles viel zu teuer. Um 14:00 kommen wir am Hotel Ruby's Inn (Best Western) an und bekommen auch ein Zimmer für stolze 108 Dollar. Das Hotel ist aber auch wirklich schön. Rustikal, aber nicht kitschig.

 

Wir fahren die sehr kurz Strecke weiter in den Bryce Canyon Nationalpark Park. Am Sunset-Point hat man (wie an den anderen View-Points auch) einen tollen Blick in den Canyon, der keiner ist (der Bryce Canyon ist die Abbruchkante eines Hochplateaus). Wir gehen erst ein Stück am Rand lang und ziehen uns dann feste Schuhe an und nehmen einen kurzen Rundweg durch den Canyon. Das ist absolut sehenswert. Die roten Hoodoos zum knall-blauen Himmel sehen fantastisch aus. Ich mache sehr viele Bilder. Nach der kleinen Tour, wir haben uns sehr viel Zeit gelassen und knapp zwei Stunden gebraucht, gehen wir zum Abendessen in das zum Hotel gehörende Fast-Food-Restaurant und essen einen wirklich leckeren Burger. Kleiner Einkauf im Souvenir-Laden und anschließend wollen wir noch zum Sonnenuntergang an den Canyon. Leider sind wir zu spät dran und verpassen die Show. Vermutlich ist aber der Sonnenuntergang nicht so spektakulär, denn die Sonne bescheint abends kaum die Felsen. Sonnenaufgang müsste vermutlich interessanter sein.

8.Tag
Mittwoch, 9.Juni

Nach einem Sandwich im Fast Food Laden machen wir noch eine kleine Tour durch den Canyon. Anschließend fahren wir noch ein Stück weiter in den Park zu weiteren View-Points. Wir machen uns auf den Weg nach Page, um morgen den Antilope Canyon zu besuchen. Auf einer detailierteren Straßenkarte finden wir eine Nebenstrecke, die an einigen sehenswerten Punkten vorbeiführt und deutlich kürzer ist.

Cottonwood Road

Am Kodachrome Basin (wir entscheiden uns gegen 5$ Eintritt) erkennen wir, warum auf der ADAC-Karte die weitere Strasse nicht ausgewiesen ist. Es ist eine sog. Dirt Road, also nicht befestigt und lt. Beschilderung bei Nässe nicht befahrbar. Es sind 39 Meilen bis zum nächsten Highway. Trotzdem nehmen wir diesen Weg. Das Tempolimit von 35 mph erreichen wir wegen des Zustands der Strasse nie. Teilweise geht's steil bergauf und -ab und einige Kurven sind sehr scharf. Die Cottonwood Road führt fast 40 Meilen durch die Einöde.

 

Nach 1 1/2 Stunden sind wir wieder auf dem Highway. Wir erreichen nach kurzer Zeit einen View Point, der einen grandiosen Blick auf den südlichen Teil des Lake Powell bietet.Einzig der Wind, besser gesagt Sturm, der uns bereits seit Yellowstone begleitet, stört.

 

Wir besuchen das Visitor Center an der Staumauer, welches einen atemberaubenden Blick auf die Staumauer und die Brücke über den Colorado bietet. Wir nehmen in Page  Quartier im Holiday Inn Express. Für knapp 60 Dollar ein sehr schönes Zimmer. Abendessen sehr günstig und lecker in einem Restaurant, dass authentisches mexikanisches Essen anbietet. Anschließend ein Gang durch den beeindruckenden Supermarkt und ein Eis, was ok aber ziemlich teuer ist.

 

9.Tag
Donnerstag, 10.Juni

Nach dem für amerikanische Verhältnisse ausgezeichnetem Continental Breakfast fahren wir zum Antilope Canyon. Der Canyon steht unter Verwaltung der Navajo Nation. Am Eingang versuchte uns eine ausgesprochen geduldige Navajo das etwas komplizierte Entgeltsystem für die beiden Canyons (upper und lower) zu erläutern. Nach dem dritten Versuch haben wir es halbwegs verstanden. Zuerst zahlt man 6$ am Parkplatz für den Upper Canyon. Wenn man diese Quittung am Lower Canyon vorzeigt, zahlt man statt 18,50 $ nur 12,50 $. Der Upper Canyon kostet dann nochmal 15$. Also 33,50 $. Ein stolzer Preis, aber es lohnt sich. Der Reiseführer empfiehlt, den lower morgens zu besuchen, da das Licht dann besser wirkt. Also fahren wir erst dorthin.

 

Ein Guide bringt uns zum Einstieg. Eine sehr schmale flache Spalte im Felsboden, die tiefer wird aber sehr schmal bleibt. Man hat erstmal Zweifel, dass man dort durch passt. Bei einer Tiefe von ca. 1m kommt die erste Treppe und man verschwindet in der engen Spalte. Das Innere zu beschreiben ist äußerst schwierig. Durch viel schnell fließendes Wasser sind gewundene Gänge und Formen im roten Fels entstanden, die im morgendlichen Licht wirklich toll aussehen. Man geht immer tiefer in den Canyon hinein. Mehrere Treppen führen immer tiefer. An einigen Stellen ist es am Boden so schmal, dass man nicht mal einen Fuß aufsetzen kann. Hier muss man sich regelrecht durch die Kurven hindurchzwängen.

 

Alle paar  Meter findet man ein neues Fotomotiv. Wir benötigen bis zum Ende ca. 45 min. Hier wurden Stahltreppen installiert, nachdem 1987 11 Menschen im Canyon in einer plötzlichen Flutwelle ertrunken sind, so dass man nun auch unten aus dem Canyon rauskommt. Zum Glück sind ausser uns nur eine Handvoll Leute im Canyon unterwegs, so dass wir den gleichen Weg zurück nehmen können. Dieser Canyon ist wegen der Kombination von bizarren Felsformationen und entsprechender Beleuchtung mit der abenteuerlichen Klettertour ein unvergeßliches Erlebnis.

 

Nach einer kleinen Pause fahren wir zum Parkplatz des upper Canyons. Hier wissen wir erst nicht so recht weiter bis sich heraus stellt, dass man mit ei em geländegängingen Fahrzeug zum Canyon gebracht wird. Hier muss man nicht klettern, sondern kann einfach in den Canyon hineinmaschieren. Wir sind erst ein bißchen enttäuscht, vor allem wegen der recht vielen Menschen hier. In diesem Korkenzieher Canyon ist das Besondere der Lichteinfall um die Mittagszeit. Alle paar Minuten erscheinen Lichtkegel an immer anderen Stellen im Canyon. Die Rückfahrt mit dem ATV ist recht lustig. Es sind wieder die Italiener und die Girls aus Kansas dabei, von denen eine versucht, während der extrem holprigen Fahrt von allen Mitreisenden ein Bild zu machen. Ausserdem ist eine Gruppe Deutscher dabei, die eine Reportage für ein Magazin drehen/schreiben. Wie vergessen aber nachzufragen, für welches Magazin.

Alles in allem ein echtes Highlight unserer Tour. Wir kaufen noch ein wenig ein und fahren weiter zum Grand Canyon.

 

Auf dem Weg sehen wir uns noch Dinosaurier Spuren an. Ein Navajo empfängt uns und erklärt, dass es nichts koste, sondern er nur einen Tip erwarte. Ein zweiter Navajo führt uns über das Felsplateau und zegt uns die interressantesten Spuren. Ausserdem sehen wir versteinerte Dinosaurier-"Kacke". Dieses deutsche Wort hat Alvin parart. Er drückt jedem von uns ein kleines Stück als Souvenir in die Hand. Ausserdem ist noch ein Ei und eine Veloceraptor Kralle zu sehen. Wir verabschieden uns von den beiden mit einem Tip und fahren weiter.

 

Grand Canyon im Abendlicht

Wir erreichen den östlichen Eingang des Grand Canyon National Park am frühen Abend und suchen uns in Tusayan ein Zimmer. Anschliessend fahren wir nochmal in den Park und parken am Mather Point gerade noch rechtzeitig um den Sonnenuntergang zu sehen. Wir machen noch einen kurzen Abstecher ins Visitor Center und dann Abendessen in Tusayan beim ortsannsässigen Hamburgerbräter mit dem goldenen M.

 

10.Tag
Freitag, 11.Juni

Ich bin wieder früh (6:00) wach und so sind wir heute auch zeitig fertig. Das Breakfast ist im Roadway Inn Red Feather Lodge very continental. Es gibt nur Kuchen etwas Kaffeeähliches, O-Saft und Joghurt (natürlich mit Hotline-Nummer). Wir gehen nach nebenan in ein Lokal wie man es in amerikanischen Filmen kennt, mit Plätzen am Tresen und "Zugabteil"-Tischen. Für meinen Geschmack richt es zu extrem nach heißem (angebrannten?) Fett und ich brauche nur noch einen Kaffee. Auf der Speisekarte gab es nichts, was meinen Frühstücksgewohnheiten auch nur entfernt nahe kommt. Mich wundert es immer weniger, dass es so viele wirklich extrem dicke Amerikaner gibt.

Harald will heute den Grand Canyon bis zum Colorado hinabsteigen (und wieder hinauf). Es wird zwar überall davor gewarnt, diese Tour an einem Tag zu machen, aber er traut sich das zu.

 

 

Der Bright Angels Trail bis Indian Garden

Wir fahren also zum Village und suchen den Anfang des Bright Angel Trail. Der Weg ist steinig, steil und uneben. Die Mulis, auf denen man in den Canyon reiten kann, haben den Pfad ziemlich ausgetreten. Gleich zu Anfang müssen wir einem Muli-Treck ausweichen. Nach einer knappen Stunde erreichen wir die erste Raststelle (Resthouse 1 1/2 Mile) Ein Weg von 1,5 Meilen liegt hinter uns und ca. 340 Höhenmeter, es ist schon deutlich wärmer geworden. Harald geht weiter, ich bleibe erstmal bei dem Ranger sitzen, der sich hier postiert hat.

Er spricht alle Vorbeikommenden an, fragt wie weit sie wollen und klärt diejenigen auf, die mit zu wenig Wasser unterwegs sind. Er schätzt, dass es heute in Indian Garden 42° Celsius heiß wird. Die Luftfeuchtigkeit beträgt nur 15%. Er meint, wenn man die Tour an einem Tag machen wolle, müsse man um 4:00 los, bis zum Colorado, zurück zu Indian Garden, dort abwarten bis 17:00 und dann zurück, so dass man die größte Hitze vermeidet. So langsam beginne ich mir Sorgen zu machen. Ich mache mich ganz gemächlich an den Aufstieg. Viele Pausen und 1,5 Liter Wasser später bin ich wieder oben. Die Angaben, dass man die doppelte Zeit für den Auftieg rechnen muss wie für den Abstieg, stimmt, da ich ca. 2 Stunden brauche. Während des Aufstiegs kann ich noch aus größter Nähe eine Gruppe Gemsen (oder wie die auch immer hier heissen mögen) mit Jungtieren fotografieren. Den Rest des Tages verbringe ich mit dem Anfahren diverser Viewpoints uns Fotografieren.

Nach einer Weile wird das aber langweilig, da sich die Ausblicke doch immer sehr ähnlich sind. Am Mather Point treffe ich einen der Journalisten vom Antelope Canyon (wenn es denn welche sind) wieder. Er erzählt mir, dass zwei von ihnen für den Stern schreiben und sie versuchen, den Film an Gallileo zu verkaufen. Wenn man keine Wanderung (Hike) unternimmt, reicht ein halber Tag am Grand Canyon. Recht interressant ist der sog. Watchtower am Desert View. Der Turm ist 1930 bereits als Andenkenladen und Aussichtspunkt gebaut worden. Im Innern wurden indianische Wand-Malereien angebracht, die sehr schön anzusehen sind.

Ich bin bereits eine Stunde vor der verabredeten Zeit am Treffpunkt und vertreibe mir die Zeit. Um zehn nach Acht taucht Harald wieder auf, abgekämpft aber zufrieden, dass er es geschafft hat. Die 11,5 Stunden sind nicht spurlos an ihm vorübergegangen, er sieht ziemlich mitgenommen aus. Zurück im Hotel fällt er nach einem Bad ins Bett und schläft ein.

11.Tag
Samstag, 12.Juni

Rodeo-
wettbewerb
irgenwo zwischen Tusayan und Las Vegas

Der Boulder Damm

Fahrt nach Las Vegas mit einem kleinen Abstecher zu einem samstäglichem Rodeo. Wir bekommen im Circus Circus ein Zimmer zu einem akzeptablen Preis. Es ist ziemlich heiß, über 40° C. Um 16:00 machen wir uns auf den Weg zum "Strip". Das Circus Circus liegt ganz am Ende. Das erste Themenhotel das wir erreichen ist Treasure Island. Die Piratenshow läuft ab 18:00 alle 90 min.

Das Circus Circus ist am Strip das preiswerteste Hotel

 Wir sehen uns das Venetian, Caesars Palace, Bellagio, MGM und ... an. Die Wasserspiele vor dem Bellagio sind sehenswert, die Atlantis-Untergangs-Attraktion im Caesaes Palace ist nett, muss man aber nicht gesehen haben. Ich verspiele an Slotmachines mein eingestecktes Geld. Jedes Hotel ist im Grunde eine Stadt für sich. Jede Menge Shops, Restaurants und natürlich Spielautomaten u. -tische gibts in jedem Hotel. Man gibt sich alle Mühe, die Leute im Haus zu behalten. Das geht soweit, dass es einem nicht leicht gemacht wird, einen Ausgang zu finden. Wenn man spielt, bekommt man kostenlose Getränke. Um 2:45 sind wir wieder im Hotel. Schlafen kann ich überhaupt nicht. Die Klimaanlagen rundherum machen ein Mordsgetöse.

12.Tag
Sonntag, 13.Juni

Wir fahren nochmal mit dem Auto den Strip lang. Im Alladin suchen wir uns einen Parkplatz. Hier ist alles auf 1001 Nacht getrimmt. Wir frühstücken hier recht gut und machen uns auf den Weg zum Sequoia Nationalpark. In Visalia suchen wir uns ein Zimmer. Abendessen in einem Tacco Bell. Die Klimaanlage ist hier so weit runtergedreht, dass man vor Zittern kaum essen kann. Insgesamt erstaunt mich immer wieder der völlig sorglose Umgang mit Energie.

13. Tag
Montag, 14. Juni

Heute gut geschlafen, ich werde erst um 8:00 wach. Wir fahren in den Park. Am ersten Visitor Center erkundigen wir uns nach den Führungen durch die Crystal Grove. Wir bekommen für 12:30 Eintrittskarten (10$ pro Person). Die Fahrt auf das Hochplateau ist ein bisschen wie eine Passstrasse in den Alpen. Wir kommen nach einem 15 minütigen Fußmarsch vom Parkplatz aus zeitig an der Tropsteinhöhle an und können deshalb schon an der 12:00 Führung teilnehmen. Es geht mit einem kompetenten Führer durch die recht schöne Höhle.

Der Monolith Moro Rock im Sequoia Nationalpark

Anscheßend fahren wir zum Moro Rock. Das ist ein wirklich spektakulärer Aussichtspunkt. 300 Fuss Höhenunterschied und 400 Stufen. Nichts für Leute mit starker Höhenangst.

 

 

Ein Schwarzbär

Seqouia beim Museum. Ca. 90m hoch und 6m Durchmesser

Jetzt fahren wir weiter zum sehr informativen Sequeia Museum. Ein kurzer Trail führt hier an vielen Seqaueias vorbei. Nach kurzer Fahrt ist anschließend noch der gößte Seqaueia (General Grant Tree) mit einem Durchmesser (nicht Umfang!) von 12m zu sehen. Wir verlassen den Park wieder und fahren über Fresno bis nach Oakhurst um dort vor dem Yosemeti Park zu übernachten. In Oakhurst ist es gar nicht einfach, ein Zimmer zu bekommen. Erst beim dritten Versuch gibt es ei freies Zimmer. Die Oukhurst Lodge macht auf den ersten Blick einen nicht so tollen Eindruck, aber das Zimmer für 80 Dollar ist gar nicht übel. Abendessen bei einem Mexikaner, ausgezeichnet und preiswert. Wir trinken unsern ersten Margarita. Der Geschmack erinnert etwas an den Geruch von Klosteinen.

14. Tag
Dienstag, 15. Juni

Blick ins Yosemite Valley

Frühstück bei Mc Donald. Das muss man aber nicht nicht öfters haben. Ein Gummi-Bagel, Cream-Cheese, Kaffee und O-Saft. Wir fahren in den Yosemite-Park. Von Oakhurst fährt man etwa 1 Stunde bis ins "Village". Erster Wasserfall, lt. Parkinfo mehr als 600 Fuß hoch. Weiter bis zum Trailhead-Parkplatz. Hier kann man verschiedene Trails gehen. Die meisten Besucher gehen nur bis zur Brücke, von dort kann man das erste Mal den unteren Wasserfall sehen. Es geht auf dem Mist-Trail weiter. Nach einem weiterrn recht steilen Stück fangen die Treppenstufen an, die neben dem Wasserfall nach oben führen. Die Gischt zieht genau über den Weg, so dass mann ordentlich nass wird. Die Stufen sind Natursteine, wenig behauen und sehr unterschiedlich. Der Aufstieg ist recht beschwerlich. Oben angekommen machen wir eine längere Rast. Dann gehts weiter am Emerald Pool und einer langen "Wasserrutsche" vorbei. Die Benutzung dürfte der Gesundheit abträglich sein. Wir beschließen, nicht bis zu den Nevada Falls weiterzugegen, sondern den etwas längeren Weg zurück. Es geht erstmal weiter aufwärts, dabei hat man noch einige sehr schöne Ausblicke auf die Nevada Falls und auf den Halfdome. Der Abstieg ist wenig spektakulär.

Yosemite Falls

 

 

 

 

Wir essen noch im Village und machen uns um ca. 19:00 auf den Weg Richtung San Francisco. Wir beschließen, durchzufahren. Um 22:00 sind wir am gleichen Hotel wie zu Anfang der Reise.

 15. Tag
Mittwoch, 16. Juni

Wir verbringen den Tag in San Francisco mit Cable Car fahren einem Museumsbesuch und Sightseeing.

16. Tag
Donnerstag, 17. Juni

Rückflug. Diesmal wegen Rückenwind nur 9 Stunden.

 

Meine Eindrücke:

Die Menschen sind sehr freundlich. Dieser höfliche Umgang miteinander hat mich sehr beeindruckt.

Das Wetter war die kompletten zwei Wochen über fantastisch. Im Grunde ausschließlich Sonnenschein und blauer Himmel ohne Bewölkung. Allerdings ist es ziemlich heiß (In Las Vegas waren es deutlich über 40 Grad Celsius). Eine Kopfbedeckung ist deshalb unbedingt empfehlenswert. Ausser im Seqouia und Yosemite Park gibt es kaum Schatten.

Einen tiefen Eindruck hat auf mich der (sicher subjektive) Eindruck von weit verbreiteter Armut in den ländlichen und vor allem in den kargen Gebieten von Nevada und Arizona gemacht. Weite Landstriche sind hier äußerst unwirtlich und es wächst außer irgendwelchen bodendeckenden Hartlaub-Gewächsen schlicht und ergreifend nichts. Über Hunderte von Meilen kein Baum und kein Strauch. Farmen die man hier sieht, entsprechen in keinster Weise der Vorstellung die ich mir gemachts habe (so schmucke Farmhäuser wie z.B. bei den Waltons). Häufig leben die Menschen in kleinen Mobilheimen oder in winzigen Holzhäuschen.

Ein weitere sicher sehr subjektiver Eindruck ist, dass technischen Grundfertigkeiten offensichtlich nicht weit verbreitet sind. Fensterbeschläge z.B, auch in nicht superbilligen Hotels machen häufig den Eindruck, sie seien von technischen Laien konstruiert und gefertigt. Waschtischarmaturen erfordern eine zum Teil recht abenteuerliche Bedienung.

Völlig irre ist die Energieverschwendung, die man allerorten anftrifft. Dass Klimaanlagen bei den hohen Temperaturen notwendig sind, kann ich einsehen. Aber egal in welches Hotel man kommt, die Klimaanlage im Zimmer läuft bereits auf Hochtouren, offensichtlich auch bei allen unbelegten Zimmern. Eismaschinen stehen in jedem Hotel und es wird davon intensiv Gebrauch gemacht. Auf dem Land fährt man einen Pickup, und zwar je größer desto besser.

Alles in allem war dies eine sehr beeindruckende Reise, aber ich würde dort nicht leben wollen. Da bin ich doch lieber ein alter Europäer.

 

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©JM